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Diabetes im Beruf



Natürlich sollte sich die Berufswahl bei Diabetespatienten – wie auch bei Gesunden – in erster Linie nach Neigungen, Begabung und Fähigkeiten richten. Nicht jeder Job ist allerdings für Diabetiker geeignet – vor allem dann, wenn durch eine mögliche Unterzuckerung (Hypoglykämie) Gefahren für sie selbst oder andere entstehen könnten.

Bei der Beurteilung, wie sehr sich eine Zuckerkrankheit auf die Arbeit auswirkt, ist es wichtig, das Risiko einer Unterzuckerung abzuschätzen. Dieses ist bei Patienten, die Insulin spritzen müssen, auf jeden Fall erhöht. Bei Patienten, die mit Tabletten (orale Antidiabetika) behandelt werden, ergeben sich große Unterschiede – je nachdem, wie die Blutzuckereinstellung ist und welche Medikamente zum Einsatz kommen. So sind beispielsweise die bei Diabetes Typ 2 gebräuchlichen Wirkstoffe Metformin und einige neuere Substanzen wie die Gliptine oder die sogenannten GLP-1 Analoga mit einem sehr geringen Risiko einer Unterzuckerung verbunden. Diabetiker sollten sich beraten lassen, ob solche Medikamente für sie infrage kommen, um ihnen größtmögliche Sicherheit im Job zu ermöglichen.

Diabetes im Beruf

Tritt die Diabeteserkrankung später im Berufsleben auf, kann die Ausübung der Arbeit durch die Krankheit beeinträchtigt oder eingeschränkt werden – zum Beispiel bei Außendiensttätigkeit oder Schichtarbeit mit sehr unregelmäßigem Tagesablauf. Da es sich in diesen Fällen meist um einen Diabetes Typ 2 handelt, ist die Wahl der geeigneten Medikamente essenziell. Falls keine gute Einstellung des Diabetes im Beruf glückt, ist es ratsam, zunächst zu klären, ob Sie innerhalb Ihres Betriebes eine andere Position finden, in der die Arbeit besser mit dem Diabetes vereinbar ist. Wenn dieser Weg nicht möglich ist, sollten Sie möglicherweise den Job wechseln und beispielsweise über eine Umschulung nachdenken.

Berufe mit Selbst- oder Fremdgefährdung sind weniger geeignet

Als Diabetiker sollten Sie berücksichtigen, dass die Neigung zur Unterzuckerung eine Einschränkung bei der Berufswahl darstellen kann. Denn bei Hypoglykämie ist die Leistungsfähigkeit – wenn auch nur kurz – vermindert und es kann sogar zu Bewusstseinstrübung oder Bewusstseinsverlust kommen. Bei manchen Arbeiten können Unterzuckerungen eine Selbst- oder Fremdgefährdung bedeuten. Folgende Berufe sind deshalb für Diabetiker weniger geeignet:
  • Berufliche Personenbeförderung oder Transport gefährlicher Güter (zum Beispiel Pilot, Busfahrer)
  • Arbeit mit Überwachungsfunktionen (zum Beispiel Fluglotse)
  • Waffengebrauch (zum Beispiel Polizist, Soldat)
  • Arbeit mit Absturzgefahr oder andere gefährliche Arbeitsplätze (zum Beispiel Dachdecker, Schornsteinfeger)
  • Berufe bei denen Überdruck und Taucharbeiten nötig sind
  • Jobs weitab von jeglicher Zivilisation

Einige Berufe erschweren die Diabeteseinstellung und bergen Risiken

Ein Job, bei dem der Tagesablauf nicht ausreichend vorausplanbar ist, kann die Diabeteseinstellung erschweren. Dazu zählen sehr unregelmäßige Essenszeiten, stark wechselnde körperliche Belastung oder fehlende Möglichkeiten, während der Arbeit Zucker zu messen und Insulin zu spritzen. Auch durch diabetische Folgeerkrankungen – zum Beispiel an den Augen – können weitere berufliche Einschränkungen entstehen. Daneben sollten Diabetiker beachten, dass Belastungen durch starke Hitze, Überdruck oder ähnliches im Einzelfall gegen die Tätigkeit sprechen könnten. Generelle Einschränkungen sollten hier aber nicht gemacht werden – vielmehr ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob ein bestimmter Job für den Diabetespatienten geeignet ist.

Muss ich meinen Diabetes bei der Suche nach einem Job angeben?

Bewerber für einen Job müssen nicht auf ihre Diabeteserkrankung hinweisen und auf Nachfrage – außer bei tatsächlicher Relevanz für die Tätigkeit – nicht (wahrheitsgemäß) antworten. Anders sieht es mit der Frage nach Schwerbehinderung aus: Wird diese nicht wahrheitsgemäß beantwortet, kann das Arbeitsverhältnis aufgrund unwahrer Angaben angefochten werden.
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