Dieser Inhalt benötigt den Adobe Flash Player. Diesen können Sie unter http://www.adobe.com/go/getflashplayer kostenlos herunterladen.
  • Schriftgröße normal
  • Schriftgröße mittel
  • Schriftgröße maximal

Dosisanpassung bei Zeitverschiebung



Bei Fernreisen steht man vor der Frage, wie man die Medikamenteneinnahme an die Zeitverschiebung anpasst. In der folgenden Tabelle finden Sie einen Überblick über die erforderlichen Änderungen der Diabetes-Therapie bei Zeitverschiebungen.

Vor Reiseantritt sollten Sie die Anpassung Ihrer Therapie mit Ihrem Arzt oder Diabetesberater besprechen. Während der Reise ist es wichtig, häufiger den Blutzucker zu kontrollieren. In der Regel bedürfen Reisen mit unter vier Stunden Zeitverschiebung keiner besonderen Anpassung.
Reise nach Westen Reise nach Osten
Die Tage werden länger, der Medikamentenbedarf steigt. Die Tage werden kürzer, der Medikamentenbedarf sinkt.
Behandlung mit blutzuckersenkenden Tabletten
Nehmen Sie die Tabletten wie gewohnt nach Ortszeit ein, der Blutzucker kann durch eine etwas verringerte Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden. Bei einem sehr langen Flug können Sie eventuell eine zusätzliche Dosis einnehmen. Nehmen Sie die Tabletten wie gewohnt nach Ortszeit ein, der Blutzucker kann durch eine leicht erhöhte Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden. Bei einem sehr kurzen Tag können Sie eventuell eine Dosis auslassen.
Konventionelle Insulintherapie 1-Spritzen-Therapie
Verlängerung des Tages um mehr als sechs Stunden
Spritzen Sie am Reisetag Ihre normale Insulindosis. 18 Stunden nach der Morgendosis messen Sie den Blutzucker, bei Werten über 240 mg/dl spritzen Sie zusätzlich ein Drittel der normalen Dosis und essen dazu. Am nächsten Tag spritzen Sie wieder Ihre normale Insulindosis.
Verkürzung des Tages um mehr als sechs Stunden
Spritzen Sie am Reisetag wie gewohnt und essen Sie normal. Am nächsten Morgen reduzieren Sie die Insulindosis um ein Drittel. Sollte zehn Stunden nach der Morgendosis der Blutzucker über 240 mg/dl liegen, spritzen sie zusätzlich ein Drittel der normalen Dosis. Am nächsten Tag spritzen Sie die normale Insulindosis.
Konventionelle Insulintherapie 2-Spritzen-Therapie
Verlängerung des Tages um mehr als sechs Stunden
Spritzen Sie am Reisetag Ihre normale Insulindosis. 18 Stunden nach der Morgendosis messen Sie den Blutzucker, bei Werten über 240 mg/dl spritzen Sie zusätzlich ein Drittel der normalen Dosis und essen dazu. Am nächsten Tag spritzen Sie wieder Ihre normale Insulindosis.
Verkürzung des Tages um mehr als sechs Stunden
Spritzen Sie am Reisetag wie gewohnt und essen Sie normal. Am nächsten Morgen reduzieren Sie die Insulindosis um ein Drittel. Sollte zehn Stunden nach der Morgendosis der Blutzucker über 240 mg/dl liegen, spritzen sie zusätzlich ein Drittel der Morgendosis mit der Abenddosis. Am nächsten Tag spritzen Sie die normale Insulindosis.
Intensivierte konventionelle Insulintherapie
Spritzen Sie alle vier Stunden kleine Korrekturdosen kurzwirksames Insulin ODER erhöhen Sie die Basalinsulin-Dosis vor dem Abflug um den Anteil, den der Tag länger wird. Zu den Mahlzeiten spritzen Sie Ihr Insulin wie gewohnt. Vermindern Sie die Basalinsulin-Dosis vor dem Abflug um den Anteil, den der Tag kürzer wird. Zu den Mahlzeiten spritzen Sie Ihr Insulin wie gewohnt.
Diese Tabelle stellt nur Möglichkeiten der Medikamentenanpassung dar. Für eine individuelle Einstellung fragen Sie Ihren betreuenden Arzt.

Im Urlaub steht die Vermeidung von akuten Diabeteskomplikationen wie der Unterzuckerung oder der Ketoazidose im Vordergrund. Als Diabetiker sollten Sie über mögliche Gefahren informiert sein und diesen durch eine gute Reisevorbereitung vorbeugen. Steht im Alltag das Therapieziel „Normoglykämie“ (Blutzuckerwerte wie beim Gesunden) im Vordergrund, so können im Urlaub auch etwas höhere Blutzuckerwerte das Ziel sein, um Unterzuckerungen zu vermeiden. So wird der Urlaub möglichst wenig durch den Diabetes belastet.
Autoren und Quellen
Weiterführende Themen