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Diabetes Typ 2: Tablettentherapie mit Alpha-Glukosidasehemmern



Acarbose und Miglitol sind beides Alpha-Glukosidasehemmer. Diese Arzneimittel, die in der Therapie von Diabetes mellitus zum Einsatz kommen, hemmen die Spaltung von Kohlenhydraten, die alpha-glykosidisch gebunden sind. Sie blockieren bestimmte Verdauungsenzyme im Darm und verzögern so die Spaltung von Kohlenhydraten – zum Beispiel von Stärke, Malz- und Haushaltszucker – in Einfachzucker (Glukose).

Dieser Vorgang verlangsamt die Aufnahme von Zucker über den Dünndarm. Dadurch steigt nach einer Mahlzeit der Blutzuckerspiegel nicht so stark an und Blutzuckerspitzen treten nicht auf. Nach einigen Wochen Therapie sinkt auch der Nüchternblutzucker. Zudem wirken beide Medikamente positiv auf die Blutfette: Sie senken das „schlechte“ LDL-Cholesterin und erhöhen das „gute“ HDL-Cholesterin.

Indikation: Für wen sind Alpha-Glukosidasehemmer geeignet?

Acarbose oder Miglitol werden bei Diabetes mellitus als Zusatztherapie zusammen mit einer Diät eingesetzt. Sie sind besonders zur Therapie bei Typ-2-Diabetikern mit Übergewicht geeignet. Alpha-Glukosidasehemmer können auch zusammen mit anderen Medikamenten zur Diabetestherapie eingesetzt werden. Acarbose kann auch schon bei Vorstufen von Diabetes Typ 2 helfen: Durch die Einnahme des Medikaments zusammen mit einer Umstellung des Lebensstils scheint es möglich, den „Aufstieg“ zum manifesten Diabetes Typ 2 zu verzögern oder sogar zu verhindern.

Kontraindikationen: Wann sollten Diabetespatienten Alpha-Glukosidasehemmer nicht einnehmen?

Bei chronischen Darmerkrankungen, schweren Leberfunktionsstörungen oder schwerer Niereninsuffizienz sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten keine Alpha-Glukosidasehemmer genommen werden.

Nebenwirkungen: Welche treten unter Alpha-Glukosidasehemmern auf?

Bei der Einnahme von Acarbose oder Miglitol können Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen, seltener auch Übelkeit auftreten. Die Nebenwirkungen entstehen dadurch, dass weniger Kohlenhydrate im Dünndarm aufgenommen werden. Sie werden in den Dickdarm weitertransportiert und von der dortigen Bakterienflora vergärt (was die unerwünschten Wirkungen hervorruft). Diese Nebenwirkungen können durch eine „einschleichende“ Therapie – das heißt eine anfangs niedrige Dosierung – vermindert werden. Für jeden Patienten muss individuell bestimmt werden, ob und welche Dosis an Alpha-Glukosidasehemmern er verträgt.

Besonderheiten, Vorteile, Nachteile: Was ist bei Alpha-Glukosidasehemmern zu beachten?

Um Magen-Darm-Beschwerden zu vermeiden, wird die Therapie mit einer niedrigen Dosierung begonnen. Der Patient nimmt Acarbose oder Miglitol zum Essen mit den ersten Bissen ein. Alpha-Glukosidasehemmer allein können keine Unterzuckerung auslösen, aber in Kombination mit Insulin und/oder Sulfonylharnstoffen kann diese eintreten. Dann muss – wie allgemein bei Unterzuckerungen – Glukose (Traubenzucker) gegeben werden. Haushaltszucker wirkt nicht schnell genug und wegen der Wirkung von Acarbose beziehungsweise Miglitol noch langsamer.
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