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Meningokokken-Hirnhautentzündung



Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen können. Die meldepflichtige Erkrankung wird direkt oder durch Tröpfcheninfektion – zum Beispiel beim Husten oder Niesen – übertragen. Dafür ist enger Kontakt mit einem Erkrankten oder Keimträger erforderlich.

Der enge Kontakt ist für die Ansteckung notwendig, da die Bakterien außerhalb des menschlichen Körpers nicht lange überleben. Mithilfe kleiner Fortsätze heften sich die Meningokokken-Bakterien dann an die Schleimhäute im Nasenrachenraum. Dort können sie über Wochen oder sogar Monate bleiben. Vor allem wenn das Immunsystem des Betroffenen bereits geschwächt ist, können sich die Bakterien leicht vermehren und so die Erkrankung auslösen.
 
Meningokokken-Infektionen treten vermehrt im Winter und Frühjahr auf. Grundsätzlich ist eine Erkrankung in jedem Lebensalter möglich, besonders häufig sind jedoch Kinder unter fünf Jahren – vor allem im ersten und zweiten Lebensjahr – und Teenager betroffen. Auch Menschen mit bestimmten Defekten des Immunsystems (zum Beispiel eine fehlende Milz oder zu wenig Antikörper) haben ein erhöhtes Risiko, eine Meningokokken-Erkrankung zu bekommen. Es gibt zwölf Serogruppen der Erreger, dabei sind aber nur die selteneren hochvirulenten Stämme verantwortlich für die schweren Erkrankungen. Zwei Tage nachdem die Antibiotikatherapie eingeleitet wurde, ist der Patient nicht mehr ansteckend.

Symptome einer Meningokokken-Erkrankung

Etwa drei bis vier Tage nach der Infektion kommt es nach einem kurzen „Prodromalstadium“ mit uncharakteristischen Erkältungsbeschwerden zu plötzlichen Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, hohem Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen und einem schweren Krankheitsgefühl. Die typischen Hauterscheinungen wie Hauteinblutungen und Ausschlag sind Hinweis für eine Überschwemmung des Körpers mit Meningokokken. Ein besonders charakteristisches Krankheitszeichen für eine Hirnhautentzündung ist die Nackensteifigkeit.
Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Krankheitszeichen oft weniger deutlich. Eltern sollten mit ihrem Baby zum Arzt gehen, wenn der Säugling folgende Auffälligkeiten zeigt:
  • hohes Fieber
  • Nahrungsverweigerung und Erbrechen
  • Unruhe und häufiges Quengeln
  • schrilles Schreien
  • Krämpfe
  • eine vorgewölbte oder harte Fontanelle
  • keine Beruhigung durch Hochnehmen, sondern eher noch stärkeres Schreie
Die Meningokokken-Erkrankung kann als eitrige Hirnhautentzündung auftreten, aber auch mit einer Sepsis (Blutvergiftung) und weiteren Krankheitszeichen verbunden sein.

Als Komplikationen einer Meningokokken-Meningitis können zum Beispiel Entwicklungsstörungen, Schädigungen des Innenohrs, Intelligenzminderung, Lähmungen oder Krampfanfälle auftreten. Wenn sich Blutgerinnsel bilden, die die Blutgefäße verstopfen und so eine ausreichende Sauerstoffversorgung bestimmter Körperteile unmöglich machen, kann auch eine Amputation des betroffenen Körperteils nötig sein. Bei einer Blutvergiftung kann es neben Blutgerinnungsstörungen zu Kreislaufkollaps und Organversagen kommen, was oft den Tod zur Folge hat.

Diagnostik einer Meningokokken-Erkrankung

Da die Krankheit innerhalb von Stunden durch Herz-Kreislauf-Versagen zum Tod führen kann, ist bei Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung schnelles Handeln erforderlich. Deshalb sollten Betroffene bereits bei den ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen.

Die Diagnose Meningokokken-Hirnhautentzündung kann der Arzt mithilfe eines Erregernachweises im Blut oder in der Hirnflüssigkeit (Liquor) stellen.

Therapie einer Meningokokken-Erkrankung

Es ist wichtig, eine Meningokokken-Erkrankung unverzüglich mit Antibiotika (zum Beispiel Penicillin) zu behandelt. Denn sonst drohen bleibende Schäden – zum Beispiel Blindheit, Taubheit, Krampfleiden oder Lähmungen. Jeder, der mit dem Patienten engeren Kontakt hatte, erhält ebenfalls vorsorglich Antibiotika.

Auch eine rechtzeitig begonnene Antibiotikatherapie kann nicht immer verhindern, dass der Patient stirbt. Etwa fünf bis zehn Prozent der Erkrankten überleben eine Meningokokken-Erkrankung nicht.

Meningokokken-Erkrankung vorbeugen

Eine wirksame Vorbeugung gegen Meningokokken-Erkrankungen ist eine Schutzimpfung. Die Impfung gegen die Serogruppe C ist eine Standardimpfung und sollte im zweiten Lebensjahr zum frühestmöglichen Zeitpunkt erfolgen – es sind drei Impfungen im Abstand von jeweils vier Wochen notwendig. Wenn die Impfung versäumt wurde, sollte sie bis zum Ende des 17. Lebensjahrs nachgeholt werden. Auch für die Serogruppe B gibt es seit 2013 einen Impfstoff. Eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gibt es für diese Impfung derzeit jedoch noch nicht.

Impfung für Reisende

Auch wer in Regionen mit erhöhtem Meningokokken-Aufkommen reist, sollte sich impfen lassen. Dazu gehören zum Beispiel weite Gebiete des tropischen Afrikas und Teile Südost-Asiens. Reisenden wird von der STIKO eine Impfung mit einem Mehrfachimpfstoff gegen Meningokokken A, C, W135 und Y empfohlen. Die genaue Dauer des Impfschutzes für Erwachsene ist derzeit noch nicht bekannt, wird aber nach wiederholter Impfung als lang eingestuft.
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