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descriptionImpfstoffampullen
Wer verreist, muss sich vorher informieren, welche Impfungen für das Urlaubsziel wichtig sind. Schutz vor Polio, Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten ist obligatorisch.
descriptionDiphterie-Bakterien unter dem Mikroskop
Cholera, Diphtherie, Gelbfieber und Hepatitis – wo treten sie auf, wie verlaufen sie, wie sieht die Behandlung aus? Und wie können sich Reisende schützen?
descriptionReagenzgläser im Labor
Wer in Risikoländer für Tollwut, Typhus, Tuberkulose oder Vogelgrippe reist, sollte sich rechtzeitig darüber informieren und wenn möglich impfen lassen.
descriptionKlippen am Meer
Spanien, Italien oder Tunesien: Impfempfehlungen und Ernährungstipps für die beliebtesten europäischen und afrikanischen Urlaubsländer.
descriptionSonnenuntergang am Wasser
Malaysia, Peru oder Dominikanische Republik: Ernährungstipps und Impfempfehlungen für asiatische und amerikanische Länder.
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Von Tollwut bis Vogelgrippe

Ist das Reiseziel ein Risikogebiet für gefährliche Erkrankungen? Minimieren Sie die Gefahr, sich an Tollwut, Typhus oder Tuberkulose anzustecken. Hier finden Sie auch wichtige Informationen zum Thema Vogelgrippe.

Im Überblick



Tollwut

Was ist Tollwut?
Tollwut (Rabies) ist eine lebensgefährliche Virus-Infektionskrankheit, die ohne Immunisierung innerhalb von 24 Stunden nach der Infektion in fast 100 Prozent der Fälle zum Tod führt. Sie wird durch unterschiedliche Rabiesviren verursacht. Tollwut wird meistens durch Tierbisse übertragen. Allerdings besteht auch die Gefahr einer Tollwut-Infektion bei direktem Kontakt des infektiösen Tierspeichels mit der menschlichen Schleimhaut oder mit offenen Wunden – hier sind aber größerer Virusmengen nötig. Die Viren befallen das Gehirn und das Nervensystem und führen zu Lähmungen bis hin zum Tod.

Wo kommt Tollwut vor?

Mit Ausnahme von Australien und einigen anderen Ländern kommt Tollwut mehr oder weniger überall vor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt jährlich eine Gesamtzahl von 60.000 Erkrankten.

Impfung gegen Tollwut
Es gibt eine vorbeugende Impfung gegen Tollwut und eine Impfung nach Virusexposition. Die vorbeugende Impfung mit Totimpfstoff besteht aus drei Teilimpfungen: Nach der ersten Impfung folgt sieben Tage später die zweite und nochmals 28 Tage später die dritte Impfung. Der Impfschutz beträgt in der Regel fünf Jahre, wenn die erste Auffrischungsimpfung ein Jahr nach der Grundimmunisierung erfolgt. Die Impfung wird bei Reisen in Länder mit hohem Tollwut-Risiko und für Menschen, die sich intensiv in der Natur aufhalten, empfohlen. Nach Viruskontakt sollte zusätzlich zu dieser aktiven Immunisierung eine passive Impfung mit Antikörpern durchgeführt werden.

Vorsorge gegen Tollwut
Berühren oder streicheln Sie keine freilaufenden Tiere (zum Beispiel Hunde oder Katzen).

Symptome und Krankheitsverlauf bei Tollwut
Die Symptome einer Tollwutinfektion können erst bis zu zehn Monate nach dem Biss auftreten. In der Medizin kennt man drei Stadien des Krankheitsverlaufs:
  • Unspezifische Symptome (Prodromalstadium): Juckreiz und Taubheitsgefühl im Bereich der Eintrittsstelle, Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und eventuell Husten. Im weiteren Verlauf kommt es zu Reizbarkeit und Empfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Luftzug. Das Fieber steigt weiter kontinuierlich an.
  • Akutstadium (Exzitationsstadium): Es treten Zeichen von Hyperaktivität mit Muskelzuckungen und Krämpfen auf. Angstgefühle, Unruhe, abwechselnd aggressiver und depressiver Gemütszustand und Wasserscheu kommen dazu. Die optische oder akustische Wahrnehmung von Wasser führt zu Unruhe und zu Krämpfen, die sich auf die gesamte Muskulatur erstrecken können.
  • Paralyse: Es treten fortschreitende Lähmungen auf. Der Patient fällt anschließend ins Koma und stirbt durch die Lähmung der Atmung.
Diagnose und Behandlung bei Tollwut
Der behandelnde Arzt identifiziert das Tollwut-Virus im Speichel oder in den Haarfollikeln des Betroffenen durch einen direkten mikroskopischen Nachweis. Eine spezielle Behandlung gegen Tollwut gibt es nicht. Der Arzt reinigt die Bisswunde sorgfältig mit klarem Wasser, Seifen- beziehungsweise Spülmittellösungen. Anschließend desinfiziert er die Stelle mit Alkohol oder Jodlösungen. Sollte keine vorbeugende Impfung vorliegen, holt er die Impfung nach, die nun sowohl den Totimpfstoff als auch die Antikörper enthält (aktive und passive Immunisierung).

Schnelles Handeln ist gefragt: Sie sollten bei einer Kratz- oder Bissverletzung umgehend einen Arzt aufsuchen. Warten Sie mit der Impfung nicht bis zur Rückkehr aus dem Urlaub.

Tollwut ist meldepflichtig!

Aktuelle Hinweise zu Reisekrankheiten gibt das Auswärtige Amt.

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Tuberkulose

Was ist Tuberkulose?
Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Die verantwortlichen Bakterien (Mycobacterium tuberculosis) befallen hauptsächlich die Lunge – es können aber grundsätzlich alle Organe betroffen sein. Tuberkulose ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Die Übertragung geschieht durch Tröpfcheninfektion.

Wo kommt Tuberkulose vor?
Laut WHO gibt es jährlich rund neun Millionen Neuinfektionen mit Tuberkulose. Etwa zwei Millionen Menschen sterben an den Folgen der Erkrankung. Besonders betroffen sind die Entwicklungsländer und die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion. In Deutschland ist die Anzahl der Neuerkrankungen mit 6,6 pro 100.000 Einwohner im Jahr rückläufig. Sorge bereitet, dass die Tuberkulose-Erreger weltweit zunehmend resistent gegen Antibiotika werden. Dies betrifft vor allem die Länder der früheren Sowjetunion. Nach Auskunft des Robert Koch-Instituts wird die Ausbreitung der Tuberkulose durch Armut, Migration, medizinische Unterversorgung und bestehende Infektionen mit HIV begünstigt. Meist gibt nämlich erst ein geschwächtes Immunsystem dem Erreger eine Chance.

Impfen gegen Tuberkulose?
Die bis vor Jahren oft durchgeführte BCG-Impfung wird seit 1998 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin nicht mehr empfohlen. Zur Begründung heißt es unter anderem, dass die Impfung nur begrenzte Wirksamkeit habe und relativ häufig zu Komplikationen führe. Durch Hauttests kann die Immunität überprüft werden.

Vorsorge gegen Tuberkulose
Die effektivste persönliche Vorbeugung ist die Vermeidung von zu engem Kontakt mit anderen Personen.

Symptome und Krankheitsverlauf bei Tuberkulose

Grundsätzlich wird Tuberkulose in verschiedene Stadien eingeteilt.
  • Primärtuberkulose: Hier treten die ersten Krankheitszeichen sofort nach der Infektion auf. Dazu zählen Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, geschwollene Lymphknoten, leichtes Fieber, Nachtschweiß und ständiges Hüsteln.
  • Sekundäre Tuberkulose: Im weiteren Verlauf kann es zu über Wochen anhaltendem Husten mit Abhusten von gelblich-grünem Schleim bis hin zu blutigem Auswurf kommen. Hier spricht man dann von offener Tuberkulose. Der Betroffene klagt über Atemnot, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Fieber und Nachtschweiß.
Diagnose und Behandlung bei Tuberkulose
Der behandelnde Arzt identifiziert Tuberkulose anhand von Bluttests, bildgebenden Verfahren, Sputum- und Gewebeuntersuchungen. Tuberkulose breitet sich nur sehr langsam aus und kann Resistenzen entwickeln. Daher werden alle Patienten bei gesicherter Tuberkulose oder auch nur hochgradigem Tuberkuloseverdacht mit einer Kombinationstherapie aus mehreren speziellen Antibiotika behandelt. Zudem muss die Behandlungsdauer ausreichend lang sein, um Rückfälle zu vermeiden.

Die Krankheit ist meldepflichtig!

Aktuelle Hinweise zu Reisekrankheiten gibt das Auswärtige Amt.
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Typhus

Was ist Typhus?
Typhus ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Die verursachenden Bakterien (Salmonella typhi) gehören zu den Salmonellen. Sie lösen eine schwere Darmerkrankung aus. Der Paratyphus ist eine weniger schwere Variante, ausgelöst durch den Erreger Salmonella paratyphi. Die Übertragung des Bakteriums geschieht hauptsächlich über verunreinigte Nahrungsmittel und verseuchtes Wasser. Eine weitere Ansteckungsgefahr bilden Personen, die durch eine Typhusinfektion zu Dauerausscheidern der Erreger über den Darm geworden sind.

Wo kommt Typhus vor?
Typhus kommt weltweit vor. Die Krankheit tritt vor allem da auf, wo mangelhafte hygienische Verhältnisse herrschen. Die WHO schätzt, dass jährliche 17 Millionen Menschen an Typhus erkranken und rund 600.000 daran sterben.

Schluckimpfung oder Spritzimpfung gegen Typhus
Es gibt zwei mögliche Impfungen: Die Schluckimpfung mit abgeschwächtem Lebendimpfstoff bietet für zirka zwei Jahre Schutz. Daneben gibt es auch eine Injektion mit Totimpfstoff, die drei Jahre Schutz bietet.

Vorsorge gegen Typhus
Verzichten Sie auf das Trinken von Leitungswasser und auf alle Nahrungsmittel, die nicht gekocht, gebraten oder geschält sind. Ein erhöhtes Risiko stellen fäkaliengedüngtes Gemüse (zum Beispiel Salate) und Meeresfrüchte (zum Beispiel Muscheln, Schalentiere und Austern) dar. Dies betrifft auch gehobene Hotels und Gaststätten. Benutzen Sie Wasser ausschließlich aus abgepackten und verschlossenen Flaschen. Verzichten Sie außerdem auf Eiswürfel in Getränken.

Symptome und Krankheitsverlauf bei Typhus
Ein bis drei Wochen nach Infektion beginnt die Krankheit mit langsam steigendem Fieber, Husten, Benommenheit, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach anfänglicher Verstopfung folgt erbsbreiartiger Durchfall. Als Komplikation können unter anderem Herzmuskelentzündungen und Kreislauf- oder Nierenversagen hinzukommen.

Diagnose und Behandlung bei Typhus
Beim geringsten Verdacht auf Typhus sollte sofort ein Arzt hinzugezogen werden. Der behandelnde Arzt weist den Typhus-Erreger zum einen durch die Krankheitsgeschichte (Anamnese) und zum anderen durch Blut-Stuhl-Untersuchungen nach. Die Therapie erfolgt mit Antibiotika über zwei bis drei Wochen. Gleichzeitig werden die Verluste des Wasser- und Mineralhaushaltes ausgeglichen und die Kreislauffunktionen überwacht. Die Betroffenen müssen isoliert werden.

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Vogelgrippe

Was ist Vogelgrippe?
Die Vogelgrippe ist eine Tierkrankheit. Sie kann grundsätzlich alle Vögel befallen. Auslöser sind Influenza-Viren vom Typ A. Menschen können sich durch intensiven Kontakt mit betroffenen Tieren (zum Beispiel Hühnern, Gänsen, Enten und Puten) infizieren. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch konnten die Wissenschaftler bis heute noch nicht hundertprozentig ausschließen. Eine besondere Bedeutung kommt dem Vogelgrippe-Virus H5N1 zu: Experten befürchten, dass es in naher Zeit hier zu einer Mutation hin zu einem für Menschen lebensgefährlichen Grippevirus kommen kann.

Wo kommt Vogelgrippe vor?
Vogelgrippe hat sich nahezu in der ganzen Welt verbreitet. Ausnahmen sind bisher der amerikanische Kontinent, Australien und weite Teile Afrikas - wobei hier die Datenlage nicht eindeutig ist. Grund für die Verbreitung ist zum einen der Vogelzug und zum anderen der Tierhandel. Im Jahr 2006 gab es weltweit rund 170 durch die WHO bestätigte Todesfälle beim Menschen durch H5N1.

Noch keine Impfung gegen Vogelgrippe

Zurzeit wird ein Prototyp-Impfstoff entwickelt, der im Falle einer Pandemie die Herstellung eines speziellen Impfstoffs beschleunigen soll. Denn bisher ist es nur möglich, nach Identifizierung des entsprechenden Virusmutanten einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln. Herkömmliche Grippe-Impfungen bieten keinen Schutz gegen Vogelgrippe.

Vorsorge gegen Vogelgrippe

Vermeiden Sie den direkten Kontakt mit Geflügel aller Art. Berühren Sie auf keinen Fall tote Vögel. Achten Sie hier auch auf ihre Kinder: Diese sind von Natur aus neugierig und wollen gerne alles anfassen. Braten Sie Geflügelfleisch durch, bis keine Stelle mehr rötlich ist. Kochen Sie Eier mindestens zehn Minuten. Eine gründliche Hygiene – insbesondere an den Händen – ist sehr wichtig.

Keine Vorsorge durch den Grippewirkstoff Oseltamivir

Von einer vorsorglichen Einnahme des Grippewirkstoffs Oseltamivir raten Ärzte dringend ab. Die Vorsorgewirkung ist hier noch nicht nachgewiesen. Außerdem könnte eine vermehrte Einnahme das Entstehen von resistenten Virenstämmen begünstigen.

Symptome und Krankheitsverlauf bei Vogelgrippe
Symptome einer Vogelgrippe beim Menschen können hohes Fieber, Husten, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall sein. Unbehandelt kann es zu einer Lungenentzündung bis hin zu einem tödlichen Lungenversagen kommen. Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei und fünf Tagen.

Diagnose und Behandlung bei Vogelgrippe
Der behandelnde Arzt kann eine Infektion mit Vogelgrippe-Viren zum einen durch die Krankheitsgeschichte (Anamnese) des Betroffenen und zum anderen durch spezielle Viren-Tests feststellen. Die Behandlung erfolgt mit antiviralen Medikamenten. Zusätzlich kann der Arzt fiebersenkende Mittel und Schmerzmittel einsetzen. Eine definitive Behandlungsmethode gegen Vogelgrippe beim Menschen gibt es nicht.

Eine Infektion mit Vogelgrippe ist meldepflichtig!

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Wildtollwut-Schild
© Rosenzweig/GnuFreeDocumentationLicense
Ungefährdeter Bezirk: Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei. In anderen Teilen der Welt tritt die Krankheit aber nach wie vor auf.
Tuberkolose-Bakterien unter dem Rasterelektronenmikroskop
© CDC/Dr. Ray Butler et al.
Mycobacterium tuberculosis: Die Tuberkulose wird meist durch Tröpfcheninfektion, selten auf anderen Wegen wie durch infizierte Milch übertragen.
Brunnen
© iStockphoto
Gefährliche Quelle: Typhusinfektionen geschehen vielfach über verunreinigtes Wasser.