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descriptionMann hält sich den schmerzenden Rücken
Zu wenig Bewegung, zu viele Kilos und falsche Belastung nimmt der Rücken übel. Er reagiert mit schmerzhaften Verspannungen bis hin zu Bandscheibenproblemen.
descriptionRöntgenbild der Nackenwirbelsäule
Die Ursache von Rückenschmerz erkennt der Arzt meist bereits durch einfache körperliche Untersuchung oder anhand eines Röntgenbildes.
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Rückenschmerzen – das Volksleiden Nummer eins

Meist sind Muskelverspannungen die Ursache – eher selten dagegen Erkrankungen der Wirbelsäule. Die Verspannungen rühren häufig von Fehlhaltungen und Stress her. Die ausgeschütteten Stresshormone sorgen für eine erhöhte Muskelaktivität. Hält die Belastung an, verspannt sich die Rückenmuskulatur und schmerzt.


Im Überblick



Das Hauptaugenmerk liegt bei diesem Thema auf Rückenschmerzen, deren Ursache nicht auf andere Wirbelsäulenerkrankungen wie etwa dem Bandscheibenvorfall, Fehlstellungen der Wirbelsäule oder Osteoporose zurückzuführen sind. Denn meistens entstehen Rückenschmerzen durch Muskelverspannungen sowie Fehlbelastungen und -haltungen. Zudem geht nicht jede Erkrankung der Wirbelsäule auch zwangsläufig mit Rückenschmerzen einher. Viele Betroffene leben, auch aufgrund guter präventiver Maßnahmen, ohne jegliche Beschwerden.
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Fast zwei Drittel aller Deutschen sind betroffen

Laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts TNS Healthcare in München im Auftrag des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen in Berlin leiden nahezu zwei Drittel aller Deutschen unter Rückenschmerzen. Betroffen seien vor allem Übergewichtige, Menschen über 50 Jahre und Frauen. Bereits 68 Prozent der 10- bis 16-Jährigen gaben an, regelmäßig Rückenprobleme zu haben, wie aus einer weiteren Studie des Instituts vom Januar 2008 hervorgeht. Bei den 20- bis 29-Jährigen sind es den Angaben zufolge 52 Prozent. Rückenschmerzen zählen in Deutschland zu den häufigsten Beschwerden. Rückenschmerzen treten oft in Form eines Hexenschusses oder als Nackenverspannungen auf. In 90 Prozent der Fälle klingen die Symptome von selbst nach wenigen Wochen wieder ab.
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Folgenschwere Fehlbelastungen

Schuld an Rückenschmerzen sind vor allem Fehlbelastungen durch Haltungsfehler, die zu Muskelverspannungen und einseitigen Belastungen von Gelenken und Bandscheiben führen. Gefährdet sind dabei Menschen in Berufen, die ungünstige und einseitige Belastungen bedingen, wie Fließbandarbeiter, Fernfahrer, Menschen in Pflegeberufen oder Bildschirmarbeiter. Fehlbelastungen können aber auch durch falsches Schuhwerk, Übergewicht oder Organstörungen bedingt sein.
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Was die Rückenmuskulatur leistet

Die Rückenmuskulatur übernimmt die Aufgabe, die Wirbelsäule in der Senkrechten auszubalancieren und gleichmäßig zu belasten. Hierbei können Sie ihr ganz wesentlich helfen, indem Sie sich eine gute Körperhaltung angewöhnen.

Folgende Muskeln sind mit der Wirbelsäule verbunden: am Rücken die beiden kräftigen Muskelzüge links und rechts der Wirbelsäule sowie flache Muskeln, die sich quer von der Wirbelsäule zum Schultergürtel ziehen. Ferner vorn und seitlich die Bauchmuskeln sowie die Hüftmuskeln und die Beckenbodenmuskulatur. Erkrankungen und Störungen im Zusammenspiel der einzelnen Muskelgruppen führen dazu, dass sich die Körperhaltung verschlechtert. Als Folge davon wird die Wirbelsäule falsch belastet und es können die unterschiedlichsten Funktionsstörungen und Beschwerden auftreten.
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Die Ursachen der schmerzhaften Verspannungen

Schmerzhafte Verspannungen können unterschiedliche Ursachen haben, wie:
  • Fehlhaltungen und falsche Bewegungsabläufe
  • Heben und Tragen von zu schweren Lasten (schwere Gegenstände immer mit geradem Rücken hochheben, dabei in die Hocke gehen!)
  • psychische Belastungen (Ängste und Sorgen verkrampfen)
  • Übergewicht (Verspannung durch falsche Haltung)
  • Bewegungsmangel (langes Sitzen)
  • zu schwach ausgebildete Rücken- und Bauchmuskeln.
Hinter dem Krankheitsbild, das als Zervikalsyndrom bezeichnet wird, verbergen sich ganz unterschiedliche Ursachen. Ungünstig wirken sich Tätigkeiten an Computern aus, die ohne Pausen verrichtet werden. Das Gleiche gilt für lange Autofahrten. Während eine gemischte Bürotätigkeit mit Arbeiten am PC, Ablagen, Telefonaten, Besprechungen und Diktaten die Wirbelsäule nicht übermäßig beansprucht, leiden Personen, deren Aufgabe darin besteht, Daten zu erfassen, ausschließlich Texte zu schreiben oder monotone Montagearbeiten zu verrichten, besonders häufig unter Schmerzen des Nackens und der Schultern. Eine Ursache ist die einseitig statische Körperhaltung. Solange der einseitigen Arbeit körperliche Bewegung, beispielsweise in einer Gymnastikgruppe oder einem Sportverein, gegenübersteht, lässt sich die berufliche Beanspruchung kompensieren. Fehlt der Ausgleich, dann nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, unter Muskelverspannungen zu leiden.

Besteht die erhöhte Muskelspannung über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte, dann verändert sich die Stellung der Halswirbelkörper zueinander. Während die Halswirbelsäule beim Gesunden eine leichte Hohlschwingung (Lordose) beschreibt, zieht die verspannte Muskulatur die Wirbelkörper in eine gerade, gestreckte Position oder sogar in einen Rundrücken (Kyphose). Der Radiologe spricht bildlich von einer Kamelhalsstellung. Die Wirbelsäule ist nicht auf diese Formveränderung eingestellt, da die Bandscheiben und die Wirbelgelenke ihre Aufgabe am besten in einer leichten Hohlschwingung erfüllen können. Eine gestreckte oder gar nach hinten gewölbte Halswirbelsäule ist viel stärkeren Belastungen und Abnutzungen ausgesetzt, die sich vor allem in einer Verschmälerung des Bandscheibenraumes zwischen dem 5. und dem 7. Halswirbelkörper zeigen. Die im Laufe von Jahrzehnten erworbene Wirbelsäulenfehlstellung lässt sich dann kaum mehr normalisieren, wenngleich die davon ausgehenden Beschwerden gelindert werden können.

Eine plötzliche Dreh- oder Bückbewegung kann einen Hexenschuss oder Ischiasbeschwerden auslösen. Beides sind volkstümliche Bezeichnungen für Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Ärzte sprechen von Lumbago (= Lendenschmerz).

Bei Ischiasbeschwerden zieht der Schmerz entsprechend dem Verlauf des Ischiasnervs bis in die Beine hinunter. Ursache kann ein Bandscheibenvorfall sein, bei dem die verschobene Bandscheibe auf den Ischiasnerv drückt. Auch chronische Verspannungen oder geschädigte Wirbelgelenke können den Nerv reizen und zu starken Hüftschmerzen führen. In schlimmen Fällen kommt es sogar zu Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen in den Beinen. Bewegung verschlimmert in diesem Fall den Schmerz.

Ein Bandscheibenvorfall wird durch ständige Fehlhaltungen begünstigt. Die Muskulatur und die Bänder verkürzen sich und die Bandscheiben werden einseitig belastet. Dadurch kann sich der Bandscheibenkern verlagern und auf das Rückenmark bzw. auf die hier austretenden Rückenmarksnerven drücken. Ein Bandscheibenvorfall kann sehr schmerzhaft sein.
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Wenn die Seele Einfluss nimmt

Nicht in jedem Fall kann der Arzt eine körperliche Ursache feststellen, wenn der Patient über Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule berichtet. Oft liegen dann die Ursachen mehr im seelischen Bereich.

Nicht selten klagen Menschen, die beruflich sehr angespannt sind und sehr diszipliniert arbeiten, über Rückenschmerzen. Bei anderen treten die Beschwerden in Zeiten der Sorge oder der Trauer auf, bei Frauen auch häufig in den Wechseljahren.

Dadurch, dass sie nach außen hin Haltung bewahren müssen, während ihnen der innere Halt fehlt, entsteht ein Ungleichgewicht, eine schwer ausgleichbare innere Spannung. Eigentlich möchte man sich gerne "hängen lassen", doch muss man sich zusammenreißen und aufrichten. In dieser schwierigen Situation könnte es sein, dass man seine Rückenmuskulatur krampfhaft anspannt. Die Folge sind Verspannungen, Muskelverhärtungen und Schmerzen in der Hals- und Lendenwirbelsäule.

Diese Möglichkeit, dass psychische Ursachen vorliegen, muss der Arzt immer berücksichtigen. Doch gerade in einem solchen Fall ist es wichtig, dass Sie selbst darüber nachdenken, ob bei Ihnen nicht ein solcher Grund vorliegt. Wenn ja, sollten Sie ganz offen mit Ihrem Arzt darüber reden. Dies ist deshalb so wichtig, weil sonst unter Umständen eine falsche Behandlung stattfinden kann. Der Arzt wird aber immer zuerst eine organische Schmerzursache ausschließen.
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Zermürbende Schmerzen

Umgekehrt kommt es auch vor, dass die monate- oder jahrelang andauernden Schmerzen durch einen Bandscheibenvorfall einen Patienten psychisch zermürben. Er wird dann zunehmend depressiv, reagiert gleichgültig und resigniert leicht. Zu den ständigen Schmerzen treten ganz reale Ängste um die körperliche Leistungsfähigkeit und die soziale Sicherheit. Befürchtungen, beruflich und privat ins Hintertreffen zu geraten, beeinflussen den seelischen Zustand des Patienten weiter negativ. Daher ist es sehr erfreulich, dass man immer wieder beobachten kann, wie solche Konfliktzustände nach einer erfolgreichen Bandscheibenoperation gänzlich verschwinden.

Wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden und in einer schlechten psychischen Verfassung sind, dem Arzt aber nichts darüber erzählen, so könnte er die Schmerzen einer eventuell vorhandenen geringfügigen Bandscheibenvorwölbung zuordnen und eine entsprechende Behandlung durchführen, die gar nicht nötig wäre, wenn Sie offen über Ihre Probleme gesprochen hätten.
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Mann hält sich den schmerzenden Rücken
© Shutterstock
Etwa zwei Drittel der Deutschen leiden im Laufe ihres Lebens unter Rückenschmerzen.
Frau fasst sich an den schmerzenden Nacken
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Verspannungen im Nacken sind eine besonders häufige Form von Rückenschmerzen.
Grafik: Rückenmuskeln
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Die Rückenmuskulatur hilft die Wirbelsäule auszubalancieren und zu entlasten. Eine falsche Körperhaltung führt zwangsläufig zu Verspannungen und Schmerzen der Muskulatur.
Mann am Laptop
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Die Arbeit am Computer ist durch ihre starre Haltung mit eine Ursache für Rückenprobleme.
Grafik: Wirbelsäule
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Ein Bandscheibenvorfall ist oft die Folge von ständiger Fehlhaltung, die Bänder und Muskeln verkürzt.
Mann sitzt vor Laptop
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Seelischer Stress ist häufig die Ursache für Rückenschmerzen.